Hypophysenmakroadenom

Hypophysenmakroadenom
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Hypophysenmakroadenom mit deutlicher Anhebung der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum).

cMRT sagittal T1 mit KM

Hypophysenadenome und Kraniopharyngeome sind gutartige Tumoren der Schädelbasis, die in der Sella turcica ("Türkensattel") lokalisiert sind. Sie zeichnen sich durch ein häufig langsames Wachstum aus und können durch Verdrängung und Kompression der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und/oder der Sehnervenkreuzung symptomatisch werden. Diese äußern sich zum einen durch eine Veränderung des Hormonhaushaltes (häufig Hypophysenvorderlappeninsuffizienz - HVL-Insuffizienz) mit Trägheit/Abgeschlagenheit/Müdigkeit (insbesondere durch Störung der Nebennierenrinden- und Schilddrüsenfunktion) und/oder Sehstörung (typischerweise einer bitemporalen Hemianopsie). Seltener können die Hypophysenadenome auch selbst Hormone (Prolaktin, Wachstumshormon HGH, ACTH) bilden, so dass auch ein Überfunktionssyndrom entstehen kann. Am bekanntesten ist die Akromegalie (Riesenwuchs), die durch HGH-produzierende Adenome auftritt.

Symptomatische Tumoren dieser Region werden operiert, wobei Hypophysenadenome transsphenoidal durch Nasen- oder Mundhöhle operiert werden können. Kraniopharyngeome werden meistens transkraniell operiert, da sie im Gegensatz zu den Hypophysenadenomen häufiger weiter nach intrakraniell reichen, größer und derber sind, häufig Zysten und Verkalkungen bilden und stark mit den umgebenden Strukturen verhaftet sind. Obwohl beide Tumorarten gutartig sind und in der gleichen Region liegen, gehen sie von unterschiedlichen Strukturen aus und müssen unterschiedlich bewertet und behandelt werden.
Hypophysenadenome treten meist im mittleren und höheren Lebensalter, Kraniopharyngeome meist vor dem 30. Lebensjahr auf.

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 - Hochgeladen am 08.04.2010
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