Thatcher-Effekt

Thatcher-Effekt
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Das Phänomen der Wahrnehmungspsychologie, die Thatcher-Illusion, beschreibt eine Entdeckung von Peter Thompson (1980), die er mithilfe eines Portraits der ehemaligen Premierministerin Margaret Thatcher machte.

Nach diesem werden kleine Veränderungen in einem Gesicht kaum erkannt, wenn es um 180° gedreht wird. Sieht man das Gesicht mit den Veränderungen dann „richtig herum“, sind diese nicht mehr zur übersehen.

Als Grund für das Phänomen führte der Autor die Wahrnehmungswelt an, die uns im Alltag prägt. Hier fallen Verfälschungen direkt ins Auge. Ein auf den Kopf gedrehtes Gesicht ist weniger vertraut und somit weniger anfällig für die durch Erfahrung geprägte Korrektur. So wird der Bildunterschied zwischen korrektem und verfälschtem Portrait viel weniger extrem und störend wahrgenommen als andersherum.

Als Prosopagnosie bezeichnet man die Unfähigkeit, Menschen anhand ihres Gesichts zu erkennen bzw. zu unterscheiden. Personen, die unter dieser Wahrnehmungsstörung leiden, sind von dieser Illusion nicht betroffen.

 

Originalquelle

Thompson P (1980) Margaret Thatcher: a new illusion. Perception 9:483–484 [PDF]

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 - Hochgeladen am 29.07.2016
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