Amiodaron-Pigmentierung der Haut

Amiodaron-Pigmentierung der Haut
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Bei der Amiodaron-Pigmentierung bildet das Medikament einen Lipofuszin ähnlichen Pigmentkomplex, welcher sich in perivaskulären Histiozyten gespeichert ablagert.

Zusatzbefund: Masson Fontana und Eisenfärbung in den pigmenthaltigen Makrophagen negativ

Klinik: 75-jährige Patientin; Z.n. längerer Amiodaroneinnahme

Kommentar: Unter einer Pseudozyanose versteht man eine bläuliche oder grau-bläuliche Verfärbung der Haut und/oder der Schleimhäute, die im Gegensatz zur Zyanose nicht auf einen verminderten Sauerstoffgehalt des Blutes (Hypoxämie) oder eine verminderte Durchblutung, sondern meist auf Pigmentablagerungen zurückgeht. Ursächlich infrage kommen Medikamentennebenwirkungen oder die Aufnahme bestimmter Metalle und Metallverbindungen. Nach langfristiger Einnahme des zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzten Medikamentes Amiodaron wird häufiger eine Photosensibilisierung der Haut und selten eine blau-graue Pigmentierung beobachtet. Nach gängiger Lehrmeinung ist hierfür eine lichtinduzierte Bildung von Lipofuszin in dermalen Makrophagen verantwortlich, die sich nach Absetzen der Medikation wieder langsam zurückbildet. In einer neueren Studie konnte allerdings keine Lipofuszin, sondern intradermale Ablagerungen des Medikaments selbst nachgewiesen werden.
Ammoury A, Michaud S, Paul C, Prost-Squarcioni C, Alvarez F, Lamant L, Launay F, Bazex J, Chouini-Lalanne N, Marguery MC. Photodistribution of blue-gray hyperpigmentation after amiodarone treatment: molecular characterization of amiodarone in the skin. Arch Dermatol. 2008 Jan;144(1):92-6. PMID 18209173

Färbung: HE

Quelle: ©PathoPic 

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 - Hochgeladen am 30.03.2012
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